Der MykoChem - Beratungsservice

Keine noch so ausführlichen Vorgehens-Beschreibungen können eine individuelle Beratung ersetzen. Unseren Kunden steht daher unser kostenloser telefonischer Beratungsdienst (Tel. 08251 - 888 440) zu Probenahme, Beurteilung und Sanierung jederzeit zur Verfügung. Rufen Sie uns an und schildern uns Ihren Fall!

Hinweise zur Probenahme

Unsachgemäße Probenahme ist die häufigste Ursache für irreführende Analyse-Ergebnisse und daraus folgende unangebrachte Sanierungsmaßnahmen. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Hinweise für eine sachgemäße Probenahme zusammengestellt.

Die gegebenen Informationen stellen nur eine Übersicht dar. Wenn Sie sich eingehender mit den einzelnen Techniken auseinandersetzen wollen, empfehlen wir als Literatur die VDI-Serie 4300 "Messen von Innenraumluftverunreinigungen". Für die Schimmelpilz-Probenahme verweisen wir überdies auf das Skript "Schimmelpilze in Innenräumen - Nachweis, Bewertung, Qualitätsmanagement" des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg. Und, wie gesagt, natürlich helfen auch wir Ihnen gerne weiter, wenn Sie Fragen zur Probenahme haben.

•  Raumluftproben

Proben für die chemische Analytik
Der zu beprobende Raum sollte etwa acht Stunden vor der Probenahme gründlich gelüftet werden, daraufhin sind Fenster und Türen bis zur Probenahme geschlossen zu halten.
Die Wahl des Probenahmemediums hängt von der zu analysierenden Substanzklasse ab:

In allen Fällen sollte die Ansauggeschwindigkeit nicht mehr als 1 l/min betragen. Als Probevolumen empfehlen wir im Regelfall 50 l Luft.

Proben für die Schimmelpilz-Analytik
Eine Schimmelpilz-Luftprobenahme will mehrere Tage im Voraus geplant sein: Veranlassen Sie, dass der zu beprobende Raum mindestens 3 Tage vor der Probenahme nicht gereinigt wird - gerade Staubsauger sind häufig regelrechte Sporenschleudern. Wenn sich Zimmerpflanzen im Raum befinden, Sie aber nach Schimmel an der Bausubstanz fahnden, müssen die Pflanzen einen Tag vor der Probenahme entfernt werden, danach ist der Raum gründlich zu lüften. 8 Stunden vor und während der Probenahme sind die Fenster und nach Möglichkeit auch die Türen dann geschlossen zu halten.

Die gängigsten Geräte zur Untersuchung der Schimmelpilzbelastung in der Luft arbeiten entweder mit dem Impaktions- oder dem Filtrations-Verfahren. Bei der Impaktion gelangen die Schimmepilz-Sporen direkt auf die in das Gerät eingelegte Petrischale, beim Filtrations-Verfahren werden sie in einem speziellen Gelatine-Membranfilter zurückgehalten. Nach der letztgenannten Methode funktioniert unser verleihbares Probenahme-Gerät MykoLuft . Als Probenmenge empfehlen wir für beide Gerätetypen im Regelfall 100 l Luft.

Grundsätzlich gilt: eine Innenraum-Luftprobe für sich alleine erlaubt keine zuverlässige Interpretation. Entscheidend ist der Vergleich mit der Außenluft. Um ein möglichst breites Spektrum an Schimmelpilzen zu erfassen, arbeitet man überdies mit zwei verschiedenen Schimmelpilznährböden (Malzextrakt-Agar und DG18-Agar). Die Beprobung eines Raumes mit dem Impaktionsgerät erfordert daher vier Probenahmen: Innenluft auf Malzextrakt, Innenluft auf DG18, Außenluft auf Malzextrakt, Außenluft auf DG18. Bei Verwendung eines Filtrationsgerätes genügt dagegen je eine Probe von Innenluft und Außenluft. Die Filter werden dann in unserem Labor geteilt und jeweils eine Hälfte Auf Malzextrakt-Agar, die andere auf DG18-Agar aufgelegt.

Beprobte Filter werden in einem sterilen Rücksendebeutel verschickt, wie er bei der Ausleihe von MykoLuft mitgeliefert wird. Petrischalen bitte für den Versand mit Parafilm oder Klebefilm verkleben.

•  Hausstaubproben

Chemische Analysen des Hausstaubs eignen sich gut zur Abschätzung etwa vorhandener Kontaminationsquellen in Innenräumen. Eine Schimmelpilz-Analytik des Hausstaubs hat gegenüber Luftproben den Vorteil, weniger momentabhängige Ergebnisse zu liefern, jedoch ist deren Bewertung wegen des fehlenden Vergleichs zur Außenluft häufig problematisch. Für die Beurteilung wird in beiden Fällen sog. Frischstaub verwendet. Hierzu ist der betroffene Raum zunächst gründlich zu reinigen. Nach einer Woche, während der keine Reinigungen des Raumes erfolgen dürfen, werden alle begehbaren Flächen des Raums mit einem Staubsauger mit neuem Staubsaugerbeutel gesaugt. Der komplette Beutel wird in Alufolie eingewickelt und versandt.

•  Materialproben

Zur Untersuchung von Holz auf Holzschutzmittel werden nur die obersten zwei Millimeter abgenommen, was man am besten mit einem Hobel oder Stechbeitel bewerkstelligt. Für die Analyse werden nur wenige Gramm Material benötigt. Um aber eine repräsentative Probe zu erhalten, sollten Sie grössere Holzflächen an mehreren Stellen beproben.
Für die chemische Analytik von Fugenmassen, Klebern, Farben, Teppichen etc. benötigen wir etwa 5 bis 10 g Material. Bitte beachten Sie auch hier immer, dass sie eine repräsentative Probe zusammenstellen.
Mykologische Materialproben werden in möglichst keimfreien, d.h. unbenutzten Behältnissen (Gefrierbeutel, Papiertüten, Alufolie etc.) gesammelt. Sehr feuchte Materialien sollten vor dem Versand etwas angetrocknet, dürfen aber, sofern ein Kultivierung vorgesehen ist, nicht völlig durchgetrocknet werden. Bedenken Sie, dass die Schimmelpilze auf den Proben weiterwuchern und sorgen Sie daher für raschen Versand.

•  Schimmelpilz-Proben von Oberflächen

Klebefilmprobe: 3-4 cm Klebefilm (empfohlen: Tesafilm kristallklar - bitte kein Billigprodukt!) auf die Oberfläche aufkleben, wieder abreißen und zum Versand auf unbenutztes Folienmaterial, z.B. das Innere eines unbenutzten Gefrierbeutels) kleben.

Abklatschprobe: Für Abklatschproben stellt der Fachhandel eigene Abklatsch-Petrischalen zur Verfügung. Ihr Einsatz ist im Prinzip sehr einfach (Agaroberfläche einfach kurz und leicht auf die zu beprobende Oberfläche drücken), bereitet in der Praxis aber nicht selten Ärger, wenn sich der Nährboden während der Probenahme aus der Schale löst. Sinnvoll ist die Verwendung vor allem für eine Sterilitätsprüfung bzw. wenn neben der qualitativen auch eine exakte quantitave Analytik gewünscht wird. Abklatsch-Petrischalen bitte für den Versand mit Parafilm oder Klebefilm verkleben.

Abstrichprobe: Man streicht mit einem sterilen Wattetupfer über die zu beprobende Oberfläche und überträgt die am Tupfer hängenden Sporen danach durch erneutes Ausstreichen auf die Oberfläche eines Nährboden-Agars. Petrischalen bitte für den Versand mit Parafilm oder Klebefilm verkleben. Tipp zum Sparen: gestielte Wattetupfer (Wattestäbchen, z.B. "Q-Tips") gibt es billig in der Kosmetik-Abteilung jedes Supermarkts, in der ungeöffneten Originalverpackung sind sie steril.

Tupferprobe: Wenn Sie keine Petrischale zur Hand haben, können Sie uns auch Ihren Tupfer in keimfreier Verpackung (z.B. in Alufolie oder einem unbenutzten Gefrierbeutel) schicken. Den Ausstrich auf Nährmedien übernehmen wir. Speziell für den Versand entwickelt wurde MykoStrich im kontaminations- und bruchsicheren Transportröhrchen.